BANDBIOGRAPHIE
 
Die Geschichte von EPITAPH beginnt im Winter 1969/70 im seinerzeit angesagtesten Dortmunder Musikclub 'Fantasio', in dessen feuchten Kellerräumen der Brite Cliff Jackson (Gesang, Gitarre), sein Landsmann James McGillivray (Schlagzeug) und Bassist Bernd Kolbe ihre Proben abhielten. Während oben im Club etablierte Bands wie Yes, Black Sabbath oder Colosseum umjubelte Konzerte gaben,
bereitete sich dieses Trio (anfangs noch unter FAGIN'S EPITAPH) im Souterrain auf seine ersten musikalischen Gehversuche als Rockband vor.
Die große Chance kam, als Champion Jack Dupree seinen Auftritt im 'Fantasio' cancelte und der bekannte Bluespianist Günter Boas mit EPITAPH als Backing Group einsprang. Das Konzert wurde ein voller Erfolg, 800 Leute waren hellauf begeistert! Auch ein Produzent war beeindruckt von der Leistung der noch unbekannten Musiker und lud sie nach Hamburg in die Alsterstudios ein. Es dauerte nicht lange und EPITAPH unterschrieben ihren ersten Vertrag bei Polydor und zogen anschließend nach Hannover um, wo sie ihren Bandnamen auf EPITAPH verkürzten. Ihr Domizil war im Hause der 'Mülltonne', dem damals wohl wichtigsten Rockschuppen der Stadt. Dort spielte EPITAPH bis Mitte 1971 eine Reihe gut besuchter Konzerte. Dann begannen im Londoner Wessex Studio die Aufnahmen zur ersten und gleichnamigen LP Epitaph, die mit dem zweiten Gitarristen Klaus Walz schließlich in Hamburg vollendet wurden.
Das Debüt-Album erschien im Herbst 1971. Es folgten Konzerte in ganz Deutschland sowie eine Einladung des legendären Bremer Beat Clubs, die den ersten Fernsehauftritt von EPITAPH zur Folge hatte.
Bereits im April 1972 stand die Formation erneut im Studio, um Stop, Look and Listen einzuspielen. Es folgten zahlreiche Auftritte bei den wichtigsten deutschen Festivals der damaligen Zeit wie z. B. dem Klein Woodstook Open Air in Scheeßel oder in der Dortmunder Westfalenhalle mit Emerson, Lake und Palmer.
Zum Ende des Jahres verließ McGillivray die Gruppe, für ihn trommelte fortan der Dortmunder Achim Wielert, der mit seinem gradlinigen, kraftvollen Stil die Band in eine rockigere Richtung manövrierte. Im August und November 1973 ging EPITAPH gleich zweimal auf ausgedehnte USA-Tournee. Zeitgleich unterschrieben sie einen Vertrag bei der amerikanischen Company Billingsgate Records und produzierten in Chicago unter der Ägide von Firmenchef Gary Pollack ihr drittes Album 'Outside the Law'. Die ersten 1.000 Exemplare dieses Albums wurden noch in neutraler Verpackung, mit einem Stempelaufdruck versehen, auf den Markt gebracht und sind bei Plattensammlern als 'White Album' zum unbezahlbaren Kultobjekt geworden. Trotz dieser spärlichen Hüllengestaltung wurde das Album von den Kritikern mit Lob überschüttet und verkaufte sich 73/74 weit über 100.000-mal. Die Zeitschrift Sounds bemerkte, dass EPITAPH in jüngster Zeit explosive Hochpotenz bewiesen: "Einander ergänzend — und das nicht nur auf Platte — ist das Zusammenspiel beider Lead-Gitarristen, die in bestimmter Weise den Stil der Gruppe gefestigt haben." Die langen Amerikatrips forderten innerhalb der Band ihren Tribut: Achim Wielert verließ im Sommer 1974 die Formation. Für ihn kam der frühere Karthago-Drummer Norbert 'Panzer' Lehmann und EPITAPH startete im Oktober eine weitere USA-Reise mit Konzerten in Chicago, Madison, St. Louis, Cleveland, Detroit u.v.m.
Der große internationale Durchbruch schien zum Greifen nah, eine Mammuttournee durch die Staaten bereits geplant, als Billingsgate Records Konkurs anmeldete. Die Tournee platzte, und um nicht für die Schulden der Plattenfirma einstehen zu müssen, löste sich EPITAPH im Januar 1975 auf. Da der Vertrag mit Billingsgate am 8. August 1975 auslief, kam die Band aber bereits Mitte August wieder zusammen und feierte ihre Wiedergeburt in der Formation Cliff Jackson, Klaus Walz, Bernd Kolbe und Jim McGillivray.
Schon 1976 tourten sie wieder ausgiebig durch Deutschland und erregten mit ihrem melodiösen, stark amerikanisch orientierten Rock die Aufmerksamkeit von Christian Wagner, dem Regisseur von Rockpalast, der die Band für eine Fernsehaufzeichnung unter Vertrag nahm. Kurz vor den Aufnahmen verließ Jim McGillivray die Band und wurde ersetzt durch Fritz Randow, der unter anderem viele Jahre bei Eloy Schlagzeug gespielt hatte. Das Rockpalast-Konzert wurde am 2. Februar 1977 aufgezeichnet. Sowohl im Fernsehen als auch bei zahlreichen Live-Auftritten, z.B. dem Deutschrock-Festival in Krefeld (Pfingsten 1977), überzeugte die Gruppe ihr Publikum.
Im Sommer 1977 verließen Klaus Walz und Bernd Kolbe die Band, für sie kamen der Gitarrist Heinz Glass, der Bassist Harvey Janssen und zusätzlich Keyboarder Michael Karch. Noch im gleichen Jahr begleitete EPITAPH die ungarische Gruppe Omega bei einer ausgedehnten Europatournee im Herbst.
1978 spielt EPITAPH als Support von Omega drei legendäre Konzerte in Budapest, die von mehr als 30.000 Zuschauern frenetisch bejubelt wurden. Im Anschluss an die Tournee unterschrieben EPITAPH 1979 einen Vertrag beim deutschen Plattenlabel Brain. Mit der neuen Besetzung spielte die Band ihr viertes Album 'Return to Reality' ein, das im April 1979 erschien.
Es folgte Ende Mai die Teilnahme am Brain Festival in Essen, und Ende des gleichen Jahres ging EPITAPH auf Deutschlandtournee mit Ex-Scorpions-Gitarrist Uli Roth und Accept. In Dortmund hörte sie Peter Rüchel vom Rockpalast und sagte spontan: "Ihr seid noch mal dran!" Nach diesem zweiten Rockpalast-Auftritt, der am 25.11.1979 ausgestrahlt wurde, zog EPITAPH ins Frankfurter Hot-Line-Studio, um das Album 'See You in Alaska' einzuspielen, das Anfang 1980, ebenfalls auf Brain, veröffentlicht wurde. Danach verließ Michael Karch die Band. Ohne Keyboards zeigte sich EPITAPH wieder "schnörkellos, kraftvoll und erdverbunden" (Hamburger Morgenpost). So präsentierten sie sich auch auf ihrem 81er Live-Album, das während der "See You in Alaska-Tour" in Wertheim, Dallau und Triburg mitgeschnitten wurde.
Ab Herbst 1981 reformierte Jackson quasi die Urbesetzung: Den Platz von Heinz Glass nahm Klaus Walz ein, Bernd Kolbe ersetzte Harvey Janssen und für Fritz Randow saß wieder Norbert Lehmann am Schlagzeug. Für die kleine Plattenfirma Rockport produzierte EPITAPH das Album 'Danger Man' und stellte die erste Single von der neuen Platte in der TV-Show Rockpop vor. Nach dem TV-Auftritt präsentierte sich EPITAPH in bekannter Spielfreude und Vitalität auf dem 82er Pfingst-Festival in Würzburg und München und spielte mit Gruppen wie ZZ-Top, Saga, Saxon, Joan Jett and The Blackhearts, Extrabreit und Spliff.
Nachdem 1983 die komplette Anlage der Band in Dortmund gestohlen wurde und EPITAPH abermals völlig mittellos dastand, löste Jackson die Band endgültig auf: "Die finanziellen Bedingungen bei Rockport waren nicht die besten gewesen, der Verlust der Anlage wirkte auf uns zusätzlich wie der letzte Tritt in den Arsch!"
EPITAPH war aber nie ganz weg. Als Grobschnitt 1986 ihr 15-jähriges Jubiläumskonzert in der Stadthalle Hagen gaben, tauchte eine erstaunlich frische Formation namens EPITAPH als Support auf und spielte locker besten Rock. Die Besetzung an diesem Abend war eine ganz besondere: Cliff Jackson, Bernd Kolbe, Dirk Edelhoff und am Schlagzeug saß Ralf Bloch, der schon in frühen Tagen bei Red Rooster die Trommelfelle bearbeitete. Sie wurden mit viel Applaus bedacht. Danach gab die Band in der Besetzung Cliff Jackson, Bernd Kolbe, Freddy Dietrichs und Mario Schrammer noch eine ganze Reihe weiterer Konzerte in der Region.
In der Zeit wurden zahlreiche Titel neu eingespielt und gewannen an Eigendynamik, so dass der Gedanke aufkam, eine neue Band zu gründen. "Kingdom" wurde aus der Taufe gehoben, musste allerdings kurze Zeit später in "Domain" umbenannt werden, da die US-Band Kingdom Come Ansprüche auf den Namen geltend machte. Zwischen 1987 und 1994 wurden insgesamt 3 Alben unter dem Namen "Domain" veröffentlicht sowie ein Sampler als Collection 86-92. Für Furore sorgte "Domain" mit dem für einen Tatort geschriebenen Titelsong 'Heart of Stone'.
Im Jahr 2000 kam es zu einer überraschenden Wende: Anlässlich seiner 25-jährigen Profi-Karriere veranstaltete Heinz Glass in Kammgarn in Kaiserslautern einen Abend mit fast allen Bands, in denen er je gespielt hatte. Natürlich war auch EPITAPH vertreten und gab 8 Titel zum Besten. Die Stimmung war einzigartig und die Vollblutmusiker hatten wieder richtig Lust aufs Spielen! Nach diesem Abend wurde wie wahnsinnig geprobt und da der Domain-Vertrag bei Teldec im Januar 2000 endete, fand das EPITAPH-Reunion-Konzert bereits am 22. Januar 2000 in Unna in der Lindenbrauerei statt. Das denkwürdige Konzert war ein voller Erfolg und wurde unter dem Titel 'Live at the Brewery' als DVD veröffentlicht. Parallel erschien die CD 'Resurrection' bei Hurricane Records – EPITAPH war wieder voll da! Es folgten erneut zahlreiche Konzerte und Tourneen, die nahtlos an die früheren Erfolge anknüpften. Die Folge: eine weitere Verpflichtung der Band für ihr drittes Rockpalast-Konzert, das vom 21. bis 23.12.2004 in der Harmonie in Bonn aufgezeichnet wurde. Ausschnitte dieser Aufnahmen wurden 2005 bei SPV auf der DVD 'Krautrock Meeting' (u. a. mit Birth Control, Guru Guru, Amon DüülII) veröffentlicht.
Im September 2005 geht die Band ins Studio, um das erste EPITAPH-Album seit über 20 Jahren einzuspielen. Mit 'Remember the daze', aufgenommen zwischen September 2005 und August 2006, präsentieren die Gründungsmitglieder Cliff Jackson und Bernd Kolbe sowie Heinz Glass und Achim Poret ein Album mit Identität. Eine Identität, die geprägt ist von 30 Jahren Musikerleben, in deren Verlauf die Band ihren Wurzeln zwar immer treu geblieben ist, dabei aber ihren unverwechselbaren Stil in die heutige Zeit transportiert hat.
Entstanden ist ein Album, produziert für den internationalen Markt, das durch ungeheure Dynamik überzeugt und zweifelsohne mit viel Herzblut den Beweis antritt: Drei Jahrzehnte EPITAPH sind nicht genug! Diese Meinung teilt auch Bernhard Rössle, Leitung Musik und Medien bei in-akustik, und nimmt EPITAPH im Dezember 2006 unter Vertrag. EPITAPH ist wieder da ... der Kreis schließt sich!
'Remember the daze' wurde Ende März 2007 veröffentlicht (in-akustik, INAK 9079 CD) und schlägt hohe Wellen, Fans wie Kritiker sind gleichermaßen begeistert vom Studio-Album. Das Musikmagazin 'breakout' bescheinigt "... ein phänomenales Comeback ...", 'good times' lobt"... das Studio-Album mit allen Attributen einer Superband..." und das renommierte Fachmagazin 'Musikmarkt' sagt "... unverkennbar Epitaph!".
Doch damit nicht genug – EPITAPH sagt erneut "Remember the daze" und überrascht die Musikwelt mit einem weiteren Album! Mit 'Live at Rockpalast' folgt Ende 2007 die Veröffentlichung des im Dezember 2004 mitgeschnittenen Rockpalast-Konzertes aus der Harmonie in Bonn. Ein Live-Album, mit dem man sich gern an vergangene Zeiten zurück erinnert: an EPITAPHS denkwürdiges, immerhin schon drittes Rockpalast-Konzert; an einen begeisternden Abend, aber auch an die ersten Alben – 'Epitaph' (Brain/SPV), 'Stop, Look and Listen' sowie 'Outside the Law' - der legendären Rockband. 'EPITAPH – Live at Rockpalast' ist ein Stück Rückschau, eine Hommage an gelebtes Leben, aber in erster Linie eben ein brillantes, zeitloses Live-Album. Zur Zeit arbeiten Cliff Jackson, Bernd Kolbe, Heinz Glass und Achim Poret an neuen Tracks für das nächste Album, das 2008 erneut für Furore sorgen wird.
 
Die Band-Bographie kannst Du hier auch als PDF downloaden: Epitaph-Biographie